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vorsorgekoloskopie

Darmkrebs vermeiden, nutzen sie ihre Chance! Darmkrebs kann jeden treffen.

Darmkrebs tritt viel häufiger auf, als Sie denken! Jährlich erkranken in Deutschland ca. 60.000 Menschen an Darmkrebs und ca. 26.000 Menschen sterben daran. Im Laufe ihres Lebens erkranken in  Deutschland 5 von 100 Menschen an Darmkrebs, das ist jeder Zwanzigste von uns. Frauen wie Männer sind dabei gleichermaßen betroffen. In der Häufigkeit rangiert Darmkrebs bei beiden Geschlechtern an zweiter Stelle, zusammengenommen ist Darmkrebs die häufigste Krebsform in  Deutschland!

Diese Zahlen sind um so erschreckender, da Darmkrebs – im Gegensatz etwa zum Lungenkrebs – durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden kann.

Wer zur Vorsorge geht, mindert sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken erheblich!


Wann ist die Vorsorgekoloskopie besonders wichtig?

- Prinzipiell wenn sie 55 Jahre oder älter sind
- Sie hatten bereits eine bösartige Erkrankung
- Sie sind Raucher
- In ihrer Familie kamen bereits Darmpolypen, Darmkrebs o.ä. vor
- Sie leiden unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Achtung:

Bei folgenden Beschwerden ist eine Darmspiegelung unabhängig vom Alter angeraten:

- Blut im Stuhl, Schleim im Stuhl, Stuhlveränderungen
- wechselnde Stuhlverhalten (Durchfall, Verstopfung etc.)
- unklare Bauchbeschwerden
- Gewichtsabnahme
- unklarer Eisenmangel
- Verdacht auf genetische Veranlagung (mehrere Familienangehörige mit Darmkrebs, Unterleibskrebs, Blasen/ Nieren - oder Hautkrebs)

Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Häufigkeit der jährlichen Erkrankungen deutlich an. Darmkrebs beginnt in der Regel spontan und entwickelt sich sehr langsam und unbemerkt über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren. Er entsteht im allgemeinen aus gutartigen Wucherungen (Polypen) der Darmschleimhaut. Die Polypen können vor ihrer möglichen Entartung viele Jahre lang unkompliziert entfernt werden. Folglich bestehen sehr gute Heilungschancen, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird. Durch eine Darmspiegelung mit falls erforderlich gleichzeitiger Entfernung der Polypen, kann die Entstehung des Darmkrebses zu fast 100% verhindert werden. Außerdem ist ein Überleben und eine völlige Gesundung auch noch dann möglich, wenn man den Krebs in einem sehr frühen Stadium erfasst.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben deshalb sei 2002 die Vorsorgekoloskopie als Kassenleistung etabliert. Sie steht jedem Versicherten ab dem 56. Lebensjahr kostenlos zu (viele Krankenkassen bieten sogar für ihre Versicherten Bonuspunkte als zusätzliche Motivationshilfe an). Der Versicherte kann sich dabei ohne Überweisung an den Spezialisten wenden und ist von der Zahlung der Praxisgebühr befreit. Privatversicherungen übernehmen jederzeit die Kosten für die Vorsorgekoloskopie. In Familien in denen schon in den  jüngeren Jahren Kolonkarzinome auftraten (unter 50. Lebensjahr), sollten die Familienmitglieder (Angehörige 1. Grades) frühzeitig untersucht werden, da hier ein höheres Krebsrisiko besteht.

Die Medizintechnik, die Untersuchungsmethode und die Erfahrungen der Untersucher haben sich im Laufe der letzten Jahre erheblich weiterentwickelt. Bei der Coloskopie handelt  es sich heute um eine Untersuchung des Darmes mit einem beweglichen, ungefähr 10 mm dicken flexiblen Schlauch (Endoskop/ Koloskop) an dessen Spitze sich eine Minikamera befindet. Die Untersuchung wird in den allermeisten Fällen als völlig schmerzfrei empfunden. Bei Bedarf können Gewebeproben entnommen oder Darmpolypen und anderes schmerzlos entfernt werden. Ein beruhigendes oder schläfrig machendes (sedierendes) Medikament ist für die Darmspiegelung nicht unbedingt erforderlich, wird aber auf Wunsch verabreicht. Vor der Koloskopie wird der Darm durch abführende Maßnahmen gereinigt. Am Abend vor der Untersuchung nimmt der Patient ein Abführmittel ein.

Nach aktueller Datenlage ist somit zur Zeit die Darmspiegelung die effizienteste Methode zur Verhinderung von Darmkrebs.

Der moderne M2-PK-Test untersucht aus dem Stuhl Substanzen, welche von Tumoren vermehrt gebildet werden. Vorstufen des Darmkrebses, die sog. Polypen werden mit diesem Test nicht erfasst. Dieser Test wird von der Deutschen Gesellschaft für Verdauung- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) nicht als Vorsorgemaßnahme empfohlen. Folglich werden die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen

Genauso verhält es sich mit der zunehmend propagierten Methode der virtuellen Koloskopie (Darstellung des Darmes mittels CT oder MRT). Bei dieser Röntgenuntersuchungstechnik bestehen  Schwierigkeiten in der Erkennung kleiner oder flacher Polypen sowie bei der Unterscheidung zwischen Polypen und Stuhlgangsresten. Bei Verdacht auf einen Polypen muß zur Sicherung und Entfernung als Zweituntersuchung eine Coloskopie durchgeführt werden. Es besteht gleichzeitig eine deutliche Strahlenbelastung und die Vorbereitung muß ebenfalls mit dem gleichen Abführmittel wie für die Coloskopie erfolgen.

Die Koloskopie ist in der Hand eines Gastroenterologen problemlos, risikoarm und durch die Möglichkeit einer Beruhigungsspritze für den Patienten wenig belastend. Das Risiko von schweren Komplikationen wie z.B. einer Darmverletzung (Perforation) ist sehr gering (ca. 0,03 %). In unserer Praxis ist es bei ca. 60000 dokumentierten Coloskopien in keinem Fall zu einer Darmperforation gekommen.
 Große Statistiken zeigen das bei sogar 30 % aller Untersuchten  Polypen vorhanden sind. Bei unauffälliger Coloskopie sollte eine Wiederholung nach 10 Jahren erfolgen. Nach einer Polypabtragung ist einer Kontrolle in der Regel nach ca. drei Jahren empfehlenswert.

Termine, weitere Informationen

Termine können Sie innerhalb der Sprechzeit in unserer  Praxis absprechen. Die Wartezeiten für eine Vorsorgekoloskopie liegen bei ca. 2 Wochen. Bei akuten Beschwerden, Blut im Stuhl o.ä. wird die Untersuchung sofort oder innerhalb weniger Tage durchgeführt. Weitere Fragen werden ihnen gern jederzeit persönlich oder telefonisch vom Praxisteam beantwortet.
Vorsorgekoloskopie

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